KI einsetzen ohne Orientierung? Typische Fehler von Unternehmen im Umgang mit dem EU AI Act

Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz hat in vielen Unternehmen längst begonnen. Häufig geschieht dies schrittweise, pragmatisch und mit dem Ziel, Prozesse zu beschleunigen oder neue Möglichkeiten zu erschließen. Gleichzeitig wächst mit dem EU AI Act der Druck, KI nicht nur technisch, sondern verantwortungsvoll und nachvollziehbar einzusetzen. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass viele Unternehmen an ähnlichen Stellen scheitern. Nicht aus mangelndem Willen, sondern aus fehlender Orientierung.
Ein zentraler Fehler besteht darin, KI als isoliertes Technologieprojekt zu behandeln. Anwendungen werden eingeführt, Pilotprojekte gestartet oder externe Lösungen integriert, ohne dass klar definiert ist, wer die Verantwortung trägt. Der EU AI Act macht jedoch deutlich, dass Verantwortung nicht abstrakt bleibt. Unternehmen müssen benennen können, wer entscheidet, wer prüft und wer haftet. Wird KI als reines IT-Thema verstanden, entsteht hier eine Lücke, die später schwer zu schließen ist.
Eng damit verbunden ist die Annahme, dass regulatorische Anforderungen ausschließlich juristisch zu lösen seien. In vielen Organisationen wird der EU AI Act zunächst an Rechtsabteilungen oder externe Berater delegiert. Das Ergebnis sind häufig umfangreiche Bewertungen, die jedoch kaum Anschluss an den operativen Alltag finden. Entscheidungen über den Einsatz von KI lassen sich nicht allein aus juristischen Texten ableiten. Sie erfordern unternehmerische Abwägung, Kontextverständnis und Führung.
Ein weiterer häufiger Fehler liegt in der Unterschätzung des Themas Kompetenz. Der EU AI Act betont ausdrücklich, dass Personen, die mit KI arbeiten oder Entscheidungen über ihren Einsatz treffen, über angemessene Kenntnisse verfügen müssen. In der Praxis wird Kompetenz jedoch oft mit technischem Wissen gleichgesetzt. Tatsächlich geht es um etwas anderes. Führungskräfte müssen Wirkungen, Risiken und Grenzen von KI einschätzen können, auch ohne selbst Modelle zu entwickeln.
Wo diese Kompetenz fehlt, entstehen zwei gegensätzliche Reaktionen. Einige Unternehmen reagieren mit Zurückhaltung und vermeiden den Einsatz von KI vollständig. Andere handeln vorschnell und übernehmen Lösungen, ohne sie kritisch einzuordnen. Beide Wege sind problematisch. Der EU AI Act fordert weder Stillstand noch Aktionismus, sondern strukturierte Entscheidungen auf Basis von Verständnis und Verantwortung.
Häufig zeigt sich auch, dass es im Unternehmen keine gemeinsame Sprache für KI gibt. Unterschiedliche Bereiche verwenden unterschiedliche Begriffe, bewerten Risiken unterschiedlich oder verfolgen widersprüchliche Ziele. Ohne gemeinsame Einordnung wird KI entweder überschätzt oder unterschätzt. Der EU AI Act verstärkt diese Problematik, weil er Anforderungen verbindlich macht, die zuvor informell behandelt wurden.
Ein weiterer Fehler besteht darin, KI losgelöst von bestehenden Entscheidungsprozessen zu betrachten. Entscheidungen über den Einsatz neuer Technologien folgen oft anderen Logiken als klassische Investitionsentscheidungen. Der EU AI Act macht jedoch deutlich, dass KI Entscheidungen strukturell vergleichbar behandeln muss. Fragen nach Nutzen, Risiken, Verantwortlichkeit und Nachvollziehbarkeit müssen systematisch gestellt werden.
Besonders im Mittelstand zeigt sich hier ein Spannungsfeld. Einerseits sind Entscheidungswege kurz und pragmatisch. Andererseits fehlen häufig formalisierte Strukturen für neue Technologien. Der EU AI Act macht sichtbar, dass informelle Lösungen langfristig nicht ausreichen, wenn Verantwortung und Transparenz gefordert sind.
Ein oft übersehener Aspekt ist die Wirkung von KI auf Mitarbeitende. Entscheidungen, die durch KI unterstützt oder automatisiert werden, verändern Arbeitsweisen und Rollen. Wird dies nicht bewusst adressiert, entstehen Unsicherheit und Widerstand. Der EU AI Act fordert zwar keine Kulturmaßnahmen, macht aber deutlich, dass Vertrauen und Nachvollziehbarkeit zentrale Voraussetzungen sind.
Auch die Annahme, dass externe Anbieter die Verantwortung vollständig übernehmen können, erweist sich als Trugschluss. Selbst wenn KI-Systeme zugekauft werden, bleibt die Verantwortung beim Unternehmen. Der EU AI Act betont diese Verantwortlichkeit klar. Unternehmen müssen verstehen, wie Systeme eingesetzt werden, welche Entscheidungen sie beeinflussen und wo Grenzen liegen.
All diese Fehler haben eine gemeinsame Ursache: fehlende unternehmerische Einordnung. KI wird entweder technisch, juristisch oder opportunistisch betrachtet, selten jedoch als integraler Bestandteil von Führung und Organisation. Der EU AI Act verstärkt diesen blinden Fleck, macht ihn aber zugleich bearbeitbar.
Hier setzt AI Act & KI Training an, indem es nicht auf einzelne Fehler reagiert, sondern den Rahmen klärt, in dem Entscheidungen getroffen werden. Ziel ist es, Verantwortung sichtbar zu machen, Kompetenzen aufzubauen und Entscheidungsprozesse zu strukturieren. Die regulatorischen Anforderungen werden dabei verständlich eingeordnet und mit dem Unternehmenskontext verbunden.
Ein weiterer Vorteil eines solchen Ansatzes liegt in der Prävention. Unternehmen, die frühzeitig Orientierung schaffen, vermeiden spätere Korrekturen unter Zeitdruck. Sie können KI schrittweise einführen, evaluieren und anpassen. Der EU AI Act wird so nicht zum Hemmnis, sondern zum Anlass für bewusste Gestaltung.
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